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Sag mir, warum du es vermissen wirst, wenn es zuende geht!

Menschen, die an Schubladen glauben, denken, sie könnten dich einschätzen. Ist doch ganz offensichtlich. Ist doch klar.

Sie beobachten dich. Wie du da stehst, als hätte dich jemand dorthin bestellt, dir geboten zu warten und dann vergessen. Dein Blick schweift oberflächlich über den Raum, als betrachte ein einsamer Herrscher sein Weltreich – streng, nicht wohlwollend. Ab und zu schenkst du jemandem bedacht ein Nicken, manchmal ziehst du eine Augenbraue bedeutsam in die Höhe. Unbeweglich bleibt sonst dein Gesicht, als wäre es aus Marmor und nicht aus Fleisch und Blut. Niemand spricht dich an und aus deinem Mund dringt kein Laut. Stehst schweigsam da wie ein Berg, der nicht bestiegen werden will.

Manchmal lässt du jemanden an deinen Gedanken teilhaben – dann sind deine Worte groß und dennoch wahr, endgültig, konsequent und traurig zu gleich. Dann schweifst du ab und bleibst doch immer in der Tiefe, malst die Welt entschieden in den dunkelsten Farben aus. Wenn du zuhörst, dann bist du ganz Ohr, sagst nicht viel, die Mundwinkel herabgezogen und von tiefen Sorgenfalten begleitet. Leute, seid doch EINMAL ernsthaft – scheint dein Blick zu sagen und alle beugen sich ehrfurchtsvoll deinem Niveau. 

Das Urteil ist immer gleich und wird mit sicherer Hand gefällt: Der? Na, das sieht man doch gleich. Ein arroganter Pessimist. Ein Intellektueller, ein Griesgram. Ob für den wohl jemals die Sonne scheint? Und dann stellen sie mir die Frage, die sie bei deinem Anblick am meisten bewegt: Er lächelt nie, oder? – Ich nicke wissend und lache sie dafür um so fröhlicher an. Und sie schütteln ungläubig die Köpfe und fragen sich, wie wir zusammengehören können. Sie merken nicht, dass ich sie auch ein bisschen auslache. Denn ich weiß etwas, das ihnen entgeht.

Ich weiß, dass der Schalk in deinen Augen blitzt, wenn ich dich fast ohrfeige, nachdem du mich mit „sie ist ein bisschen dämlich, aber ich mag sie trotzdem“ vorstellst. Ich weiß, dass du quietschst, wenn meine Fingerspitzen noch Zentimeter über deinem Bauchnabel schweben. Weil du genau weißt, dass du gerade etwas sehr, sehr böses gesagt hast, das durch Kitzeln bestraft werden muss. Ich weiß, dass du wie ein kleiner Junge mit Sprachfehler unschuldig-begeistert „Gänseblümsn“ sagst, wenn etwas dir die Sprache verschlägt. 

Man muss dich nur ein kleines bisschen lieb haben, damit du dich traust. Dann nämlich durchzieht langsam ein immer breiter werdendes Lächeln dein Gesicht. Deine Augen leuchten und aus den Furchen werden Lachfältchen. An den Mundwinkeln erscheinen rechts und links jeweils zweieinhalb Grübchen und dein überraschtes Gegenüber sieht sich mit dem entwaffnendsten Grinsen konfrontiert, das die Welt zu bieten hat. Von Ohr zu Ohr. Dieses jungenhafte Grinsen löst ein verwirrendes Kribbeln irgendwo in der Magengegend aus. Und wenn man es einmal gesehen hat, kann man dem ernsthaften, unbezwingbaren Berg seine Fassade nie mehr tatsächlich glauben.

Aber ich sage nichts, denn diesen Menschen, die an Schubladen glauben, wirst du dein Lächeln nicht zeigen.




9.3.09 01:25
 


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